Verfasst von: Michael | August 22, 2011

Zwei ständige Begleiter in den innerstädtischen Landschaften Japans

In den ersten Tagen nach meiner Ankunft fielen mir zwei Dinge auf, in denen sich japanische Städte und Ortschaften grundlegend von denen in Deutschland unterscheiden: Strommasten und Getränkeautomaten. Beides war bisher wirklich überall, wo ich gewesen bin, anzutreffen und beides ist ein fester Bestandteil der dortigen städtischen Landschaft.

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Japan ist ein unregelmäßig von Erdbeben und Überschwemmungen geplagtes Land, das hat zuletzt die dreifache Katastrophe vom 11. März schmerzlich in Erinnerung gerufen. Derartige Naturkatastrophen sind seit jeher ein Bestandteil dieser Region gewesen und die Japaner haben als Kultur und Gesellschaft in den vergangenen Jahrhunderten gelernt, oder besser gesagt, lernen müssen, damit umzugehen. Bei einem Erdbeben kann es schnell passieren, dass unter anderem die Stromleitungen und Telefonkabel beschädigt werden. Wären diese unterirdisch verlegt, müsste man die Schächte aufmachen, reparieren, die Kabel neu verlegen und die Schächte wieder schließen. Für die ganze Zeit der Bauarbeiten wären zudem die betroffenen Straßen, unter denen die Kabel verlegt sind, zumindest teilweise unbenutzbar.

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Einen Strommasten kann man im Vergleich dazu wesentlich schneller und einfacher aufstellen und mit neuen Kabeln bespannen; darüber hinaus besteht hier keine Notwendigkeit, einen kompletten Straßenzug für die Bauarbeiten zu sperren. Über die Masten laufen übrigens nicht nur die Stromleitungen, sondern auch die Kupfer- und Glasfaserkabel für Telefon und Internet. Da es bei einem überirdischen Leitungssystem wesentlich einfacher ist, die Kabel auszutauschen oder weitere Kabel hinzuzufügen, gestaltete sich der Netzausbau in Japan wesentlich einfacher und schneller als beispielsweise bei uns in Deutschland oder in Amerika.

Getränkeautomaten stellen die zweite Konstante in der urbanen Landschaft Japans dar. Man findet sie überall, in jeder Stadt, in jedem Viertel, an jeder Ecke. Sie stehen in Einkaufsvierteln, bei Schulen, an Bahnhöfen, an Bushaltestellen, an Parkplätzen, in Parks und an Universitäten.

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Bezahlen kann man mit Scheinen, Münzen und Prepaidkarten. Einige Automaten unterstützen auch das in Japan recht weit verbreitete System der „keitai saifu“ (wörtl. „Mobiltelefon-Portemonnaie“). Die meisten Mobiltelefone von japanischen Herstellern sind mit einem Chip ausgestattet, den man ähnlich wie den deutschen „Geldkarte“-Chip auf manchen EC-Karten mit Geld aufladen kann. Wenn man dann am Automaten oder im Supermarkt bezahlen möchte, hält man einfach sein Mobiltelefon an das entsprechende Lesegerät und der zu zahlende Betrag wird vom Handy abgebucht.

Ich vermute mal, dass die meisten Leute hier ohne die Getränkeautomate wegen dem Flüssigkeitsmangel durch die Hitze eingehen würden, deswegen gibt es von denen hier so viele. Bei dem heißen Wetter schwitzt man allgemein recht viel; seit ich in Japan bin, trinke ich selbst zwischen zwei und vier Liter am Tag. Darüber, dass man hier überall Getränkeautomaten finden kann, habe ich mich bereits mehrmals sehr gefreut.

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