Verfasst von: Michael | August 17, 2011

Was bisher geschah …

Im Frühjahr 2007 fasste ich den Entschluss, mein Studium der Informationswirtschaft abzubrechen. Die Vorlesungen und Übungen, die ich bis dahin besucht hatte, umfassten neben Jura unter anderem die Fachbereiche Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Statistik, höhere Mathematik und verschiedene Bereiche der praktischen und theoretischen Informatik. Das Material war teils interessant, teils recht anspruchsvoll, aber zu großen Teilen ziemlich langweilig und abstrakt. Ich hatte zwar Spaß daran, mich damit auseinanderzusetzen, aber es war und blieb abstraktes Material ohne echten Bezug zu meinem Alltag und meinen Lebensumständen. Um mir einen Ausgleich zu schaffen, fing ich an mehrere Sprachkurse zu belegen, darunter Französisch, Englisch und einen Anfängersprachkurs in Japanisch.

Ich hatte, bedingt durch mein Interesse an verschiedenen Kampfsportarten, schon zuvor ein gewisses Faible für Japan gehabt und da man beim Sprachzentrum der Universität Karlsruhe Kurse für Japanisch belegen konnte, belegte ich einen der Anfängerkurse. Dieser begeisterte mich so sehr, dass ich schließlich die Entscheidung fasste, mein zunehmend frustrierendes Studium in Karlsruhe abzubrechen und ein Japanologie-Studium aufzunehmen. Ich bewarb mich bei mehreren Universitäten und bewarb mich bei den Universitäten in Tübingen, Frankfurt, Heidelberg und Hamburg. Meine erste Wahl war Heidelberg gewesen, aber da man sich dort mit dem Verschicken der Zulassungsbescheide recht viel Zeit ließ, schrieb ich mich zunächst an der Universität Frankfurt ein, die mich bereits zum Studium zugelassen hatte. Gegen Ende August 2007 erhielt ich schließlich doch noch die Zulassung für die Universität Heidelberg. Ich machte die Einschreibung an der Universität Frankfurt rückgängig und trat schließlich ein Japanologie-Studium in Heidelberg an.

Der japanische Sprachunterricht in Heidelberg war insbesondere in den ersten zwei Semester recht hart. Wer sich nicht zuhause noch fleißig hinsetzte und seine Übungen machte, verlor schnell den Anschluss. Gegen Ende des zweiten Semesters hatten schon mehrere Leute, die mit mir zusammen angefangen hatten, ihr Studium hingeschmissen und wandten sich anderen Dingen zu. Ich blieb dennoch mit Spaß bei der Sache, und je mehr ich über Japans Kultur und Geschichte erfuhr, umso größer wurde mein Interesse.

Mit dem Interesse wuchs gleichermaßen auch der Wunsch, endlich eine Reise nach Japan anzutreten. Gemeinsam mit meinen Kommilitonen bewarb ich mich auf ein staatlich gefördertes Stipendium für einen einjährigen Auslandsaufenthalt. Wir mussten dazu Motivationsschreiben aufsetzen, unsere persönlichen Beweggründe für den Aufenthalt darlegen und ganz allgemein begründen, warum gerade wir es verdient hätten, nach Japan zu gehen. Mein Eindruck muss ganz passabel gewesen sein, denn ich bekam eine Zusage für das von japanischen Regierung geförderte JASSO-Stipendium, das mit 80.000 Yen pro Monat (etwa 730€ nach aktuellem Wechselkurs) dotiert ist.

Dann kam die Wirtschaftskrise und diese Zusage wurde zurückgenommen. Das war etwa Mitte 2009.

Auch in den darauf folgenden Jahren stellte ich mich bei den Bewerbungen für Stipendien entweder sehr dämlich an oder hatte schlicht und einfach Pech. Es schmerzte mich, beobachten zu müssen, wie ein Großteil meiner Kommilitonen nach Japan ging, während ich in Deutschland zurückbleiben musste. Ich freute mich für sie, wäre aber selbst ebenfalls sehr gerne drüben gewesen. Um mich nicht sinnlos und unnötig in Selbstmitleid zu suhlen, fokussierte ich meine Anstrengungen darauf, mein Japanisch zu verbessern und suchte den Kontakt zu japanischen Austauschstudenten. In gemeinsamen Sprachübungen halfen wir uns gegenseitig, jeweils unser Deutsch und unser Japanisch zu verbessern. Dank dieser Übungen konnte ich schließlich recht passabel Japanisch sprechen, ohne tatsächlich jemals im Land gewesen zu sein.

Über den Kontakt mit den Austauschstudenten habe ich mich schließlich mit Takeo, einem aus Osaka stammenden Austauschstudenten, angefreundet. Wir haben uns regelmäßig getroffen, um uns gegenseitig beim Lernen von Japanisch und Deutsch zu helfen. Da Takeo hier seinen Doktor machen möchte, habe ich ihm bei der Kontaktaufnahme mit deutschen Professoren geholfen und schließlich konnten wir ihm eine Doktorandenstelle in Stuttgart verschaffen. Irgendwann bot er mir an, ihn in Japan besuchen zu kommen, gerne auch für längere Zeit, und dieses Angebot habe ich schließlich wahrgenommen.

Am 10. August bin ich im 14:00 Uhr in Frankfurt losgeflogen und knapp zwei Tage später kam ich schließlich in Japan in Osaka im Stadtteil Takatsuki-shi an. In den folgenden Tagen und Wochen werde ich in unregelmäßigen Abständen Fotos und Reiseberichte von meiner Zeit in Japan hochladen.

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